Joseph Loher und Gretel Loher-Schmeck
Expressiver Realismus
Der Begriff des “Expressiven Realismus” wurde von dem Marburger Kunsthistoriker Rainer Zimmermann geprägt, der damit eine bislang in der Malerei des 20. Jahrhunderts vernachlässigte Kunstströmung bezeichnet. Er skizziert das geistige Klima zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg und versucht aufzuzeigen, wie viele Künstler (Jahrgang 1890-1905) von den beiden Weltkriegen überrollt wurden und dann, nach 1945, künstlerisch als überholt galten.
Auch Joseph Loher und Gretel Loher-Schmeck aus Anzing bei München gehören zu dieser Generation. Bis zuletzt ist es der expressive Pinselgestus, der durch eine übersteigerte Farbigkeit in ihren Werken die Realität verfremdet. Es entstanden bis in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts unzählige großformatige Ölgemälde, in denen künstlerisch das Ringen um die richtige Farb- und Formgebung dominierte.
Als Expressionisten der 2. Generation gab es gerade in in den 30er und 40er Jahren künstlerische Berührungspunkte und Überschneidungen mit ihren noch lebenden Lehrern und Vorbildern – den Expressionisten der “Brücke” und des “Blauen Reiters”.

